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26. Januar 2008
85. Jahresversammlung

Dr. Wolfgang Caesar, Stuttgart
Mumie, eine Arzenei früherer Jahrhunderte - auch in Württemberg.Das Thema des Vortrags steht im Zusammenhang mit der aktuellen Sonderausstellung des Landesmuseum Ägyptische Mumien.

Mumien waren früher Rohstoff für die Herstellung verschiedener Arzneimittel zur äußerlichen und innerlichen Anwendung. Aspekte der Magie spielten dabei keine oder höchstens eine untergeordnete Rolle, vielmehr führte man die angebliche Heilkraft auf die Einbalsamierungsmasse zurück. Zeitgenössische Theologen billigten die Verwendung ägyptischer Leichname mit ähnlichen Argumenten, mit denen ihre heutigen Kollegen die Entnahme von Organgen aus Unfallopfern zwecks Transplantation gutheißen. Um 1800 änderten sich die medizinischen Ansichten über die Mumie. Danach kam manches Mumienstück aus der Apotheke ins Museum.

04. Februar 2008
Eberhard Schauer: Herzog Carl Eugen - Vater von 300 Kindern?Das Carl Eugen 300 uneheliche Kinder gezeugt hat, wie Stadt- und Museumführer behaupten, ist völlig unglaubwürdig. Wie viele Kinder waren es wirklich? Und was ist aus ihnen und ihren Müttern geworden? Herr Schauer geht auch auf Fälle ein, in denen die Vaterschaft umstritten ist.

03. März 2008
Prof. Dr. Günther Schweizer: Johannes Osiander (1657-1724), Held, Diplomat und Konsistorialdirektor, und seine FamilieOsiander war Theologe und lehre als Professor an der Universität Tübingen, er war aber auch Oberkriegskommissar und hat seine Stadt 1693 als Kommandant gegen die französischen Truppen verteidigt (DGB 170, S. 357). Sein Sohn Johann Rudolph hat die "Gens Osiandrina" verfasst.

07. April 2008
Peter Lange: Die schwäbischen Templer - woher kamen sie und welche Spuren haben sie im Heiligen Land hinterlassen?Ab 1868 wanderten religiös motivierte Menschen aus Württemberg nach Palästina aus und nannten sich Templer. Herr Lange ist dort als Siedler in der 3. Generation geboren. Er berichtet über die näheren Umstände der Auswanderung, über das Leben im Gastland und die erhalten gebliebenen baulichen Zeugen.

05. Mai 2008
Karl-Heinz Fischötter: Württemberger in SchlesienDas Haus Württemberg war fast drei Jahrhunderte lang, von 1648 bis 1945, in Schlesien begütert. Der Besitz lag weit verstreut u.a. in Hohlstein, Löwenberg, Liegnitz, Breslau, Üls, Juliusburg und Bad Carlsruhe. Der erste württembergische Graf überhaupt, Graf Ulrich I. (mit dem Daumen), war in zweiter Ehe mit Herzogin Agnes von Schlesien-Liegnitz (um 1243-1265) verheiratet (Epitaph in der Stuttgarter Stiftskirche). Neben dem Haus Württemberg waren auch das Haus Hohenlohe und die schwäbischen Hohenzollern Großgrundbesitzer in Schlesien - allein Hohenlohe besaß etwa 400 Quadratkilometer Land. Zudem investierten die Häuser Württemberg, Hohenlohe und Hohenzollern in den Bergbau und die Montanindustrie Oberschlesiens. Es bestand auch eine Wesensverwandtschaft zwischen den Stämmen der Württemberger und der Schlesier, wie ihre Aufgeschlossenheit für den Pietismus zeigt.

Vereinsausflug am Samstag, dem 31. Mai
Unser Ziel ist die Schillerstadt Marbach am Neckar. Das Programm beginnt im Deutschen Literaturarchiv an der Schillerhöhe mit einer etwa einstündigen Führung. Herr Dr. Helmuth Mojem wird uns in der Bibliothek einige Schätze aus dem Magazin zeigen und erklären. Danach besteht Gelegenheit, im Literaturmuseum der Moderne einen Blick in die Ausstellung "Das geheime Deutschland - Eine Ausgrabung" über Stefan George und seinen Kreis zu werfen (extra Eintritt, keine Führung). Nach dem Mittagessen - nach Belieben gemeinsam in einem Restaurant - wird uns Herr Albrecht Gühring, Leiter des Stadtarchivs Marbach und Verfasser einer dickleibigen Stadtgeschichte, durch die Marbacher Altstadt und die gotische Alexanderkirche führen, die den Stadtbrand von 1693 fast unversehrt überstanden hat und zahlreiche Grabdenkmale und Epitaphien enthält.

06. Oktober 2008
Josef Speckle: Auf den Spuren der 700 Jahre alten schwäbisch-alemannischen Familien Specklin/SpeckleDer Familienname Specklin ist erstmals 1306 nachweisbar und kommt bis ins 15. Jahrhundert nur im Raum Zürich/Sankt Gallen/Konstanz vor. Er leitet sich (wie der gleichlautende Flurname) ab von "Speck" = Knüppeldamm. Frühe prominente Namensträger sind der Landammann Hans in Vorarlberg, der Holzschneider Veit Rudolf (er illustrierte das Kräuterbuch des Leonhart Fuchs) und sein Sohn Daniel (1536?1589), ein bedeutender Festungsbaumeister und Kartograph. Vermutlich aus Vorarlberg wanderten Familienangehörige kurz vor 1600 ins Allgäu ein. In der Gegenwart blühen nur noch zwei Stämme, deren Zusammenhang noch nicht geklärt ist. Der eine, dem auch Ignaz (1754-1824), der letzte Abt des Klosters St. Peter im Südschwarzwald, angehört, lässt sich bis 1557 zurückverfolgen; der andere bis 1693.

03. November 2008
Gerhard Hiller: Stolpersteine ? Erinnerungen an ausgestoßene und ermordete MitbürgerWer waren die Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft erst diskriminiert, dann ermordet oder in den Selbstmord getrieben wurden? Hinter dem anonymen Wort "Opfer" verbergen sich persönliche Lebensläufe und Schicksale, die nun von engagierten Bürgern nachgezeichnet und bekannt gemacht werden. Namen und Lebensdaten der Opfer werden auf kleine Messingtafeln geschrieben, die in der Nähe ihrer ehemaligen Wohnungen in das Pflaster der Gehwege eingelassen werden. Die Lebensläufe werden teilweise im Internet publiziert. In Deutschland sind etwa 10.000 Stolpersteine verlegt worden, davon 300 in Stuttgart. Weitere Informationen: www.stolpersteine-stuttgart.de.

01. Dezember 2008
Dr. Wolfgang Caesar: Giacomo Casanovas Besuche in Stuttgart und LudwigsburgAls Diplomat, Geschäftsmann und Abenteurer reiste Casanova durch fast ganz Europa und hielt sich dabei zweimal, 1760 und 1767, in den württembergischen Residenzstädten auf. Der ihm ungnädig gesonnene Herzog und drei betrügerische Offiziere hätten hier seiner illustren Karriere fast ein Ende gesetzt, wenn ihm nicht gute Freunde zur Flucht aus dem Arrest ins Ausland verholfen hätten. Was Casanova in seiner Autobiographie über seine Erlebnisse in Württemberg berichtet hat, lässt sich durch archivalische Quellen teils bestätigen, teils ergänzen. Die geschilderten Personen und Örtlichkeiten lassen sich größtenteils identifizieren. Weitere Informationen: http://gutenberg.spiegel.de, Casanova, Erinnerungen.

 

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