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Samstag, 29. Januar 2011, 14 Uhr
88. Jahresversammlung (Mitgliederversammlung)

im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 4, Nähe Charlottenplatz

 

Tagesordnung:

  1. Jahresbericht für das Jahr 2010
  2. Bericht des Rechners und Rechnungsprüfungsbericht 2010
  3. Entlastung der Vorsitzenden
  4. Wahl der Vorstandsmitglieder
  5. Wahl der Beiratsmitglieder
  6. Förderung von Ortssippenbüchern/Ortsfamilienbüchern
  7. Anträge
  8. Verschiedenes

Anträge gemäß §12 der Satzung sind bis spätestens 14. Januar 2011 bei der Vorsitzenden über die Geschäftsstelle einzureichen.

Ab 13 Uhr ist im Hauptstaatsarchiv die Ausstellung "Willy Pragher - Rumänische Bildräume 1924 - 1944" geöffnet.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung hält um 15:15 Uhr unser langjähriges Mitglied Prof. Dr. Burkhart Oertel, Neubiberg, einen Vortrag über: "Vom Ortssippenbuch zur Gesamtdatei Württemberg". Zu diesem Vortrag sind Gäste herzlich willkommen.

Herr Prof. Dr. Oertel beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Ortssippenbüchern bzw. Ortsfamilienbüchern. Das Thema wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt, denn sein Vater Egaon Oertel aus Öhringen hat ihm eine aus seinen jahrelangen genealogischen Forschungen resultierende riesige Kartei hinterlassen. Aus dieser konnte der Sohn schöpfen und u.a. zahlreiche Ortssippenbücher erstellen. Der Referent wird uns in seinem Vortrag seine Arbeitsweise und seine Erfahrungen vorstellen und einen Überblick über die in der Bundesrepublik bestehenden Projekte geben. Sein Augenmerk liegt besonders auf der Frage der Qualitätssicherung, damit ein Ortssippenbuch sinnvoll in die von Oertel angestrebte Gesamtdatei eingebunden werden kann. Wie seine Vision einer umfassenden Erfassung aller Personen in einem abgegrenzten Raum, die in historischen Quellen verzeichnet sind, aussehen könnte und vielleicht auch realisiert werden könnte, wird uns der Referent in seinem Beitrag vorstellen.

4. Februar 2011, 18 Uhr
Prof. Dr. Günther Schweizer: "Gustav Schwab, Gomaringen und New York"

Der populäre Dichter Gustav Schwab (1792-1850) zog sich 1837 von Stuttgart, wo er Professor am Gymnasium gewesen war und inmitten des kulturellen Lebens gestanden hatte, nach Gomaringen zurück, um dort vier Jahre lang als Landpfarrer zu wirken. Prof. Schweizer schildert in seinem Vortrag das Alltagsleben der Familie Schwab im für sie ungewohnten Milieu eines schwäbischen Dorfes. Sodann widmet er sich dem Sohn Gustav Schwab junior (1822-1888); dieser ging von Gomaringen nach Bremen, um in einem Handelskontor einzutreten, und wanderte 1844 nach New York aus, wo er ein erfolgreicher Kaufmann wurde und die deutschstämmige Eliza von Post heiratete. Schwab senior nahm an dem Schicksal seines Sohnes großen Anteil und schrieb einen - an entlegener Stelle publizierten und deshalb kaum bekannten - Aufsatz über bedeutende deutschstämmige Familien in Amerika. Der Enkel Gustav H. Schwab (1851-1912) war Präsident des Deutschen Vereins in New York.

4. März 2011, 18 Uhr
Werner Schmidt: "Das Seelenregister von Eberdingen"

Neben den Ehe-, Tauf- und Totenbüchern haben sich in vielen evangelischen Gemeinden Altwürttembergs Seelenregister erhalten, die als Vorläufer der ab 1808 vorschriftsmäßig angelegten Familienregister anzusehen sind. Das ab 1746 geführte Seelenregister von Eberdingen, Kreis Ludwigsburg, ist insofern außergewöhnlich, weil es neben den aus den Kirchenbüchern stammenden Daten auch viele persönliche Angaben enthält: zur Schulbildung, zum Berufsweg oder auch zu besonderen Krankheiten einzelner Familienmitglieder. Herr Schmidt, der das Eberdinger Seelenregister für die Veröffentlichung bearbeitet, wird (wahrscheinlich) bereits auch das Buch vorstellen können.

1. April 2011, 18 Uhr
Friedrich R. Wollmershäuser: "Wenig bekannte Quellen zur genealogischen Forschung in Baden-Württemberg"

Wenn sich ein toter Punkt mit den bekannten Werkzeugen nicht überwinden lässt, dann kommen bohrende Fragen auf, ob denn vielleicht doch noch irgendwo, an ganz versteckter Stelle, ein Eintrag verborgen sein könnte... In seinem Vortrag stellt Herr Wollmershäuser, der Genealoge von Beruf ist, Quellen vor, die (fast) niemand kennt, die nirgends zitiert werden, die schwer zu finden sind, die gleichsam nach einer Edition schreien wie die Brote im Backofen von Frau Holle und die helfen können, die eine oder andere Ahnenlinie weiter zurückzuverfolgen oder Einzelheiten zum Leben der Vorfahren zu ermitteln. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten - wenn es Sie interessiert, dann kommen Sie bitte zum Vortrag.

Samstag, 7. Mai 2011, 14 Uhr - Ausflug
Besichtigung des Städtischen Lapidariums in Stuttgart, Mörikestraße 24 (Nähe Marienplatz)

In den Weinbergen am Südhang der Karlshöhe ließ sich der Industrielle Karl v. Ostertag-Siegle (1860-1924) im Jahr 1886 eine Villa erbauen und dazu einen Park anlegen, der später in den Besitz der Stadt Stuttgart überging. Auf Anregung des Stadthistorikers Gustav Wais (1883-1961) brachte die Stadt die Überbleibsel einiger architektonisch oder historisch interessanter Gebäude, die im 2. Weltkrieg zerstört worden waren, in den Park, und ergänzte die Ausgrabungsfunde und Kunstwerke, die Ostertag-Siegle in Italien und anderen südlichen Ländern erworben hatte, um Skulpturen bedeutender Künstler des 19. Jahrhunderts. So entstand in den 50er Jahren das Lapidarium, das Kunst, Natur und Geschichte in sich vereinigt - unter freiem Himmel in einer stimmungsvollen Atmosphäre.
Führung durch Dr. Wolfgang Caesar, Gebühr 3,- Euro

Samstag, 17. September 2011, 14 Uhr - Ausflug
Besichtigung des Hoppenlaufriedhofs in Stuttgart, Treffpunkt am Eingang hinter der Liederhalle (Haltestelle Berliner Platz)

Der Hoppenlaufriedhof wurde bereits im 17.Jahrhundert vor den Toren Stuttgarts angelegt, wurde aber wenig benutzt, solange Bestattungen in und um den Kirchen der Stadt erlaubt waren. Die erhaltenen Grabstätten stammen überwiegend aus dem ersten und zweiten Drittel des 19.Jahrhunderts. Meistens sind die Grabdenkmäler aus künstlerischer Sicht eher bescheiden, aber die Atmosphäre unter dem alten Baumbestand ist in Stuttgart einmalig. Viele Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere aus Kultur und Politik, haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.
Führung durch Dr. Wolfgang Caesar, Gebühr 3,- Euro

7. Oktober, 18 Uhr
Gilbert Goodwin: "Familienforschung in den USA mithilfe des Internet"

Die transatlantische Familienforschung ist keine Einbahnstraße. Nicht nur Millionen Amerikaner erforschen ihre europäischen „roots“, es versuchen auch immer mehr Deutsche, ihre Verwandten in den USA aufzuspüren, deren Vorfahren im 18. und 19. Jahrhundert ausgewandert sind. Dazu stehen ihnen viele Hilfsmittel im Internet zur Verfügung, die man grob einteilen kann in kostenlose und kostenpflichtige. Wer intensiver recherchieren will, wird um kostenpflichtige Datenbanken nicht umhin kommen. Der Referent gibt ein Überblick über das vielfältige Angebot und beantwortet auch Fragen.

4. November, 18 Uhr
Dr. Wolfgang Weisser: "90 Jahre Vereinsgeschichte"

Unser Verein wurde 1920 in Stuttgart als „württembergischer“ Verein gegründet. Der Weltkrieg war gerade zu Ende gegangen, die Inflation und die Wirtschaftskrise standen aber noch bevor. Die Gründungsmitglieder entstammten überwiegend dem Besitz- und Bildungsbürgertum. Eines ihrer wichtigsten Motive war, ihre genealogischen Forschungen, die über die eigene Familiengeschichte hinausgingen und für einen größeren Kreis von Interessen waren, in einer eigenen Zeitschrift zu publizieren. In den folgenden neun Jahrzehnten hat der Verein dann manche Wandlung durchgemacht, sowohl hinsichtlich der Mitgliederstruktur als auch der Vereinsziele. Viele Mitglieder haben durch ihre Forschungen Akzente gesetzt, an die der Referent erinnern wird.

2. Dezember, 18 Uhr
Heiner Lotze: "Die Schriftstellerin Isolde Kurz (1851-1944) und ihre Familie"

Isolde Kurz zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. Während ihr Vater Hermann Kurz in vielfacher Hinsicht scheiterte - er erhielt trotz guter wissenschaftlicher Qualifikation keine Professur, sein als „Volksroman“ konzipiertes Werk „Schillers Heimatjahre“ war ein finanzieller Misserfolg –, führte Isolde Kurz ein recht sorgloses Leben, in dem der literarische Erfolg sich fast wie von selbst einstellte. Viele Jahre lebte sie mit ihrer Mutter bei ihrem Bruder Edgar in Italien, wo sie wertvolle Anregungen für ihre Gedichte und Erzählungen erhielt. Der Verkehr in weltoffenen, geistig aufgeschlossenen Kreisen konnte freilich nicht verhindern, dass Isolde Kurz sich in ihrem letzten Lebensjahrzehnt von den Nationalsozialisten vereinnahmen ließ.

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