Volle Vortragssäle, angeregte Gespräche an den Ständen und das Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein – so präsentierte sich der 75. Deutsche Genealogentag, der vom 26. bis 28. September (Freitag bis Sonntag) in Frankfurt am Main stattfand. Unter dem Motto „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gemeinsam entdecken“ bot das Treffen der Familienforscherinnen und -forscher ein inspirierendes Wochenende voller neuer Impulse und Begegnungen.
Die Veranstaltung griff viele klassische Themen der Genealogie auf – von der lokalen Geschichte und Quellenlage über den Einstieg in die Familienforschung bis hin zur DNA-Genealogie. Besonders spannend waren auch Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Familienforschung. Daneben wurden gezielt Brücken zu anderen Wissenschaften geschlagen. So gaben Vorträge wie „Genealogie hat Geschichte: Geschichtswissenschaftliche Perspektiven auf Familienforschung“ oder „Das Unsichtbare im Stammbaum: Wie wir unbewusste Muster aus früheren Generationen weitertragen“ neue Impulse und regten dazu an, über die Grenzen klassischer genealogischer Arbeit hinauszublicken.
Ein wichtiger Bestandteil des von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e.V. (DAGV) getragenen Genealogentags war die Ausstellung, in der 29 Vereine sowie zehn gewerbliche Anbieter vertreten waren. Nach einer neunjährigen Pause konnte auch unser Verein wieder mit einem eigenen Stand teilnehmen, betreut von drei, am Samstag von fünf Vereinsmitgliedern. Das Angebot stieß auf großes Interesse: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich beraten zu lassen oder Publikationen für ihre eigene Forschung zu erwerben – vor allem jene mit Wurzeln in Baden-Württemberg. Besonders erfreulich war zudem, dass vielfach der Wunsch nach persönlichen Treffen mit anderen Forschenden aus der jeweiligen Heimatregion geäußert wurde. Dies zeigt, wie wertvoll der direkte Austausch über digitale Formate hinaus ist.
Der 75. Deutsche Genealogentag bot ein gelungenes Wochenende voller Begegnungen und Erkenntnisse. Er war nicht nur ein Ort, um alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen, sondern auch eine Gelegenheit, virtuelle Verbindungen endlich einmal persönlich werden zu lassen. Für alle Beteiligten bleibt er ein wertvoller Treffpunkt, der Forschung und Gemeinschaft in idealer Weise verbindet.

