Gottlob BanzhafGottlob Banzhaf
1858 - 1930

Gottlob Banzhaf, Kommerzienrat, Gründer der NSU-Werke in Neckarsulm,
* Illingen 19.11.1858, † Stuttgart 11.10.1930; S.d. Johann Georg Banzhaf, u.d. Christine Rosine Reichmann;
oo Bietigheim 16.5.1891 Helene Jaeger (* Stuttgart 19,4.1870, † Stuttgart 7.3.1914; S.d. Rudolph Jaeger, Fabrikant in Bietigheim, u.d. Bertha Schumacher)
Mitglied: 1920 bis 1930 (Gründungsmitglied)

 

 

Banzhafs Urgroßvater zog von Schützingen in die Kirchstraße nach Illingen. In dem dort bezogenen Haus wurde Gottlob Banzhaf am 19. November 1858 geboren. Er besuchte die Illinger Volksschule und erlernte von 1871 bis 1875 den Kaufmannsberuf im Weißwaren-, Kurzwaren und Nähmaschinengeschäft von Fr. Conradt in Stuttgart, einem gebürtigen Illinger. Er machte eine kaufmännische Fortbildung und bereitete sich auf die mittlere Reife vor. 1876 bis 1879 arbeitete Banzhaf als Buchhalter in einem Geschäft derselben Branche in Mannheim. Im Oktober 1879 schließlich begann er seine Tätigkeit in der Riedlinger mechanischen Werkstätte seines Schwagers Christian Schmidt, die vor allem Strickmaschinen herstellte, die nach Österreich geliefert wurden. Nach dem Tode Christian Schmidts im Jahre 1884 wurde der Betrieb in eine Familienaktiengesellschaft umgewandelt und Banzhaf übernahm die Leitung.
Bereits 1880 war das Unternehmen nach Neckarsulm umgesiedelt. Nachdem die österreichische Regierung 1885 die Einfuhrzölle stark erhöhte, begann man, Fahrräder zu produzieren, bereits 1900 wurde mit der Motorradproduktion begonnen, der sich der Bau von Kraftfahrzeugen anschloss. Die Neckarsulmer Fahrzeugwerke AG, heute AUDI, waren gegründet. 1918 kaufte er ein Haus in der Schützinger Straße, das man das "Sommerhaus des Kommerzienrats" nannte.

Trotz der Verantwortung, die er für das Unternehmen trug, fand er Zeit, sich mit seiner Heimat Illingen zu beschäftigen. Er erforschte die Geschichte seiner Familie von der Vor- und Frühgeschichte über die Römerzeit zum Mittelalter. Sein Buch "Die Familie Banzhaf in Illingen und Schützingen" bietet wertvolles Material zur Erforschung der Illinger Geschichte, und er konnte auf so hervorragende Quellen wie die Illinger Kirchenbücher und die damals noch vorhandenen Rathausakten im Fleckenverbrauchsbuch zurückgreifen. Im Oktober 1930 starb Gottlob Banzhaf.

Wegen seiner "Verdienste um die württembergische Industrie“ wurde er 1908 von König Wilhelm II. zum Kommerzienrat ernannt.

Text aus  wikipedia

 

Quellen:
(1) Bild von Quelle 3
(2) Seite „Gottlob Banzhaf“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. August 2019, 19:39 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gottlob_Banzhaf&oldid=191221375 (Abgerufen: 24. August 2019, 16:22 UTC)
(3) Gottlob Banzhaf zum 160. Geburtstag, Stadt Neckarsulm
(4) Karte 'Banzhaf Gottlob 1858' vom 11.9.1921 in Bestand Vereinsarchiv K40/11b

Verweise:
(a) Wer Gottlob Banzhaf besser kennenlernen will, für den hat Stadtarchivarin Barbara Löslein im „Historischen Blatt“ Nr. 61 des Heimat- und Museumsvereins Neckarsulm eine ausführliche Biographie zusammengestellt. Erhältlich beim Heimat- und Museumsverein Neckarsulm, Bernd Herrmann, Karlsruher Weg 21. Tel. 07132/81188.
(b) Gottlob Banzhaf, Die Familie Banzhaf in Illingen und Schützingen, 1921 ⤻Regionalkatalog
(
c) Normdaten: GND/125992472
(d) Thomas Held, Aus den Vereinsakten 1920 bis 2020, Digitale Beilage zu Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde, Band 38 (2020), in: swdb38-01.vfkbw.de